Let’s talk about… Bestattungsvorsorge

Mein persönlicher Blick auf Bestattungsvorsorge – und warum es leichter werden kann, wenn wir beginnen, darüber zu sprechen.

Wenn wir an den Tod denken, wird es oft still.
Oder schnell wieder laut – wir lenken uns ab, wechseln das Thema und wollen am liebsten garnicht darüber nachdenken, geschweige denn darüber reden.

Ich kenne kaum jemand, der sich gern über den Tod unterhält. Und das ist nicht verwunderlich, denn in unserer Gesellschaft bekommt das Thema einfach keinen Platz. „Darüber redet man nicht.“ In diesem Sinne sind die meisten von uns aufgewachsen. Auch ich.

Doch mittlerweile sehe das anders. Ich rede gern darüber. Wirklich gern. Und ich erzähle dir, warum das so ist.

Der Tod gehört zum Leben dazu

Der Tod ist ein Thema, das uns alle betrifft. Der Tod gehört zum Leben dazu. Auch, wenn wir das nicht wahrhaben wollen und das Thema so gut es geht verdrängen, wird irgendwann der Tag kommen, an dem wir sterben.

Die Augen vor dieser Tatsache zu verschließen, hat für mich dazu geführt, dass sich das Thema lange Zeit ganz schön schwer angefühlt hat. Doch als ich begonnen habe, mich zu trauen hinzuschauen, ist etwas spannendes passiert. Ich habe bald gemerkt, dass es so schwer, wie es sich anfühlt, garnicht sein MUSS. Ich habe mir erlaubt, mich zu fragen, wie es auch anders sein könnte. Wie es vielleicht sogar leicht sein kann. Und ich habe gemerkt, dass es für mich leichter wird, je mehr ich darüber spreche. Und genau deshalb rede ich mittlerweile auch so gerne darüber. Weil es für mich dadurch leichter wird. Und ich würde dich gerne dazu einladen, das auch mal zu probieren.

Denn das Thema betrifft uns nun mal alle. Auch dich. Und das sage ich nicht, um dir Angst zu machen, sondern in der Hoffnung, dass du das vielleicht genauso sehen kannst wie ich: Als etwas, das uns alle miteinander verbindet. Etwas, das wir alle gemeinsam haben.

Was passiert, wenn ich sterbe?

Was mit uns passiert, wenn wir sterben, ist eine sehr große Frage. Hast du sie dir schon einmal gestellt? Ich habe sie mir schon oft gestellt und ich finde, auf diese Frage gibt es nicht die eine richtige Antwort. Diese Frage lässt sich auf mehreren Ebenen betrachten.

Was mit uns, unserer Energie, unserer Seele, unserem Geist, oder wie auch immer du das nennen magst, passiert, das weiß niemand. Das kann niemand wissen. Das erfahren wir nämlich erst, wenn es soweit ist und dann können wir niemandem mehr davon erzählen. Und das hat, finde ich, etwas sehr beruhigendes. Denn dadurch, dass es darauf keine allgemein gültige Antwort gibt, haben wir die Freiheit, unsere eigene, ganz persönliche Antwort zu finden. Ich darf glauben, was sich für mich stimmig und gut anfühlt. Und niemand kann mir sagen, dass das falsch ist.

Rein körperlich betrachtet, hört, wenn wir sterben, unser Herz auf zu schlagen. Wir atmen nicht mehr. Unser Körper funktioniert nicht mehr. Und unsere Energie, das was uns ausmacht, verlässt unseren Körper.

Doch was passiert dann mit unseren Körpern? Wenn wir sterben, müssen unsere Körper bestattet werden. Und für Bestattungen gibt es gesetzliche Rahmenbedingungen, an die sich gehalten werden müssen. Innerhalb dieser Rahmenbedingungen gibt es allerdings ganz unterschiedliche Möglichkeiten, wie genau man eine Bestattung gestalten kann. Doch da darüber so wenig gesprochen wird, wissen die Wenigsten darüber bescheid. Das möchte ich gerne ändern.

Für die eigene Bestattung vorsorgen

Bestattungsvorsorge bedeutet für viele: Dinge regeln. Entscheidungen treffen. Vorsorgen. Für mich bedeutet Bestattungsvorsorge jedoch etwas anderes.

Ich glaube nicht, dass es darum geht, alles bis ins letzte Detail festzulegen. Bestattungsvorsorge, so wie ich sie verstehe, braucht keine Checklisten, keinen Plan. Sie braucht einen Raum. Ein Raum, in dem du dich mit etwas beschäftigen darfst, das sonst keinen Platz hat. Einen Raum, nur für dich.

Reden wir über dich

Genau so einen Raum ermögliche ich dir. In dem wir ein Gespräch führen. Ein Gespräch, in dem nichts richtig oder falsch ist. Einen Raum, in dem du dir erlauben darfst, hinzuspüren was sich für DICH stimmig anfühlt. Und was nicht. In dem du erkennen kannst, was dir wichtig ist – auch wenn du es vielleicht noch garnicht in Worte fassen kannst.

Ich bringe dabei meine Erfahrungen mit – aus meiner Zeit als Bestatterin. Nicht, um dir etwas vorzugeben. Oder um mit dir irgendeine Liste abzuarbeiten. Sondern um dich zu halten, damit nichts Wichtiges verloren geht.

Und du bringst dich mit. Mit deinen Gedanken, deinen Fragen, deinen Bildern, deinen vielleicht noch unfertigen Antworten. Dafür musst du auch garnichts vorbereiten oder schon irgendetwas wissen. Wir beginnen genau da, wo du gerade stehst. Und das darf ganz leicht sein.

Vielleicht beginnt es bei dir mit einer Frage. Oder mit dem, was du bisher erlebt hast. Denn das, was wir erlebt haben, prägt, wie wir auf das Thema schauen. Und von dort aus darf etwas entstehen. Nicht geplant. Nicht vorgegeben. Sondern in deinem eigenen Tempo.

Was mir dabei besonders wichtig ist, dass du dich nicht erklären musst. Du musst nichts „richtig“ machen. Und auch das, was sich noch unklar oder widersprüchlich anfühlt, darf da sein.

Deine persönliche Bestattungsvorsorge

Nach unserem Gespräch, halte ich für dich schriftlich fest, was für dich wichtig ist. Es entsteht deine ganz persönliche Bestattungsvorsorge. In deinen Worten. So, dass es sich für dich stimmig anfühlt. Und so, dass es für die Menschen, die es einmal lesen werden, eine Orientierung sein kann. Nicht als Vorschrift, sondern als etwas, das ihnen hilft, dich zu verstehen.

Vielleicht hast du dich mit dem Thema sogar schon einmal beschäftigt. Vielleicht auch nicht. Beides ist in Ordnung. Aber wenn du spürst, dass du dich diesem Thema gerne in einem persönlichen Gespräch mit mir annähern möchtest, kannst du dich jederzeit bei mir melden. Ich erzähle dir dann ganz in Ruhe, wie so ein Gespräch abläuft und beantworte dir alle Fragen, die du dazu hast.

Weitere Infos findest du auch hier.

Ich freue mich, von dir zu hören.

Dieser Beitrag ist 2023 entstanden. Im April 2026 habe ich ihn noch einmal komplett überarbeitet und an meine heutige Sicht angepasst.

10 Kommentare

  1. Eine Freundin von mir hat sich mit ihren Eltern zusammengesetzt und sich auch um die Bestattungsvorsorge gekümmert. In diesem Zusammenhang ist es auch interessant zu wissen, was genau eine Verfügung ist. Ich denke, dass ein Bestattungsvorsorgevertrag auf jeden Fall auch nicht verkehrt wäre.

    1. Liebe Marie,
      vielen Dank für dein Kommentar! Ich finde es wundervoll, dass deine Freundin sich mit ihren Eltern zusammengesetzt hat und sie sich gemeinsam um ihre Bestattungsvorsorge gekümmert haben.
      Du hast absolut recht, der Unterschied zwischen einer Bestattungsverfügung und einer Bestattungsvorsorge ist tatsächlich interessant zu wissen. Mit einer Bestattungsverfügung können die Wünsche für die eigene Bestattung schriftlich festgehalten werden. Diese Wünsche können dann auch zusätzlich noch finanziell abgesichert werden, beispielsweise mit einem Bestattungsvorsorgevertrag oder einer Sterbegeldversicherung.
      Herzliche Grüße,
      Natascha

  2. Liebe Natascha,
    ich finde es großartig, dass du über das Ende eines Lebens bloggst. Ich finde es schon schwer mich von einem geliebten Tier zu verabschieden und das musste ich auch schon mal (Katze und Hund). Zum Glück hatte ich im Vorfeld mit dem Tierarzt gesprochen und mich informiert. Natürlich ist das noch ein Unterschied, da es ja in Deutschland immer noch keine „Erlösungsspritze“ gibt. Ich war jedoch letzte Woche mit meinem Mann genau bei so einem Gespräch! Wie wollen wir beerdigt werden, wo liegen (er katholisch und ich evangelisch). Welche Urne und welcher Sarg. Unser Bestatter hatte sich sehr viel Zeit für uns genommen! Ich fand das Gespräch sehr bereichernd. Vor allem inwiefern ich mit allem recycelt werde, denn ich möchte so wenig wie möglich an Müll als Leiche hinterlassen! Ist die Urne komplett abbaubar? Was passiert mit den Nägeln vom Sarg bei einer Verbrennung oder mit den „Ersatzteilen“ vom Menschlichen Körper (Hüfte, Knieprothese). Ich hatte dazu viele Fragen, worüber der Bestatter sich wunderte. Es gibt sogar die Möglichkeit, das Gend für die Beerdigung von einem Treuhand Fond betreuen zu lassen, damit dann Pflegeheime nicht einem das Geld aus der Tasche ziehen, wenn man einen Familienangehörigen im Pflegeheim hat. Für uns war das ein sehr gutes Gespräch. Mach weiter mit diesen vielen Infos! Ich finde das prima!

    1. Liebe Claudia,
      herzlichen Dank für deine Nachricht! Oh ja, auch von Tieren Abschied zu nehmen ist schwer. Ich finde es wirklich toll, dass du dich – sowohl bei deiner Katze und deinem Hund, als auch was dich und deinen Mann betrifft – damit auseinandersetzt! Und dass du sowohl mit deinem Tierarzt, als auch mit dem Bestatter gute Gespräche führen konntest, freut mich sehr! Ich feiere dich, für deine Neugier und deinen Mut, Fragen zu stellen! 🙂
      Ganz liebe Grüße!

  3. Liebe Natascha,

    wie wundervoll, dass du diesem wichtigen Thema, das uns alle früher oder später betrifft, einen Raum gibst. Der Tod gehört zum Leben dazu.
    Ich freue mich, noch mehr von dir zu lesen.
    Sehr herzlich
    Pia

  4. Hallo Natascha,
    ein so wichtiges Thema, dass du aufgreifst!
    Ich bin u.a. Freie Trauerrednerin und halte bei Abschiedsfeiern die Abschiedsrede. Ganz besonderes sind diese Erlebnisse für diejenigen, die ihren geliebten Menschen loslassen müssen. Diese emotional zu begleiten, ist mir Motivation und Ziel. Eine Besonderheit ist tatsächlich, dass manche Menschen bereits vor ihrem Tode mit mir Kontakt aufnehmen, um sich selbst zu erklären und mir die Gelegenheit geben, sogar zu Lebzeiten sie noch kennenlernen zu dürfen. Diese Vorgehensweise aus dem Tabufeld zu holen, darin stimmen wir definitiv überein 🙂
    Weiter so!
    Gruß Gabi

    1. Hallo liebe Gabi!

      Vielen Dank für deine Nachricht! Wie toll, dass du als freie Trauerrednerin arbeitest! Eine so wertvolle und wichtige Aufgabe. Es ist für alle Familien so eine Bereicherung, hier jemanden zu haben, der sie in dieser schwierigen Situation emotional begleitet!
      Da kann ich dir nur recht geben, ich hatte auch schon die Ehre, Beerdigungen von Menschen durchzuführen, die mir zu Lebzeiten selbst noch ihre Wünsche mitgeteilt haben. Das war jedes Mal noch etwas ganz, ganz besonderes ❤️
      Alles Liebe zu dir!

  5. Es ist beruhigend zu wissen, dass es Möglichkeiten gibt, Vorsorge zu treffen und die finanzielle und emotionale Belastung im Trauerfall zu mindern. Vielen Dank, dass du dieses wichtige Thema ansprichst und uns alle dazu ermutigst, über unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse in Bezug auf unsere Bestattung nachzudenken.

    LG,
    Sandra

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